Christian Friedrich Samuel Hahnemann

Der als Begründer der Homöopathie geltende Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 in Meißen geboren. Bereits mit 20 Jahren begann er ein Medizinstudium in Leipzig, später dann in Wien. Schon zu dieser Zeit gab Hahnemann Sprachunterricht und übersetzte medizinische Texte ins Deutsche. Nur zwei Jahre darauf arbeitete er als Bibliothekar und Leibarzt, wodurch er erste Einblicke in die harte Realität der Medizin erhalten hatte. Obwohl Samuel Hahnemann in der folgenden Zeit immer wieder umgezogen ist und auch verschiedene Tätigkeiten ausgeübt hat, bleib sein Interesse an der Medizin erhalten, genau wie seine Vorlieben für das Durchführen von chemischen Versuchen und Übersetzungen. 1782 heiratete er die Apothekertochter Leopoldine Henriette Küchler, mit der er insgesamt elf Kinder zeugte. Sie spielte allerdings für die Gründung der Homöopathie keine tragende Rolle.

Anfänge und Entwicklung der Homöopathie

Vor allem die Übersetzung der Arzneimittellehre von William Cullen durch Hahnemann stellt einen wichtigen Meilenstein in der Gründung der Homöopathie dar. Denn bereits bei dieser Übersetzung kritisiert Hahnemann in einer Fußnote die Wirkung der Chinarinde, die als Medikament gegen Malaria verwendet wurde. Durch einen Selbstversuch erkannte er, dass die Verwendung von Chinarinde an einem gesunden Menschen die gleichen Symptome hervorruft, die bei der Erkrankung auftreten. Bereits zu dem Zeitpunkt vermutete Hahnemann, dass diese Fähigkeit, ähnliche Symptome hervorzurufen, gleichzeitig für Heilung verantwortlich ist. In weiteren Schriften und Übersetzungen wurde diese These bekräftigt: „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ (similia similibus curentur). Diese Behauptung stützen auch weitere Werke von Hahnemann, wie das „Organon der Heilkunst“, welches Kernelemente der Homöopathie beinhaltet. Hahnemann hat außerdem immer weiter Selbst- und Fremdversuche durchgeführt um die These zu stützen. Nach weiteren Wohnortwechseln und ersten psychotherapeutischen Versuchen, bekam Samuel Hahnemann die Zulassung für das Lehren an der Universität Leipzig. Dadurch konnte er die Gedanken der Homöopathie weiter verbreiten. Zudem führte er seine eigene Praxis und erkannte, dass die Verdünnung der Heilmittel mit mechanischer Bearbeitung für eine bessere Wirksamkeit sorgt (Potenzierung). Durch den Tod seiner Frau 1830 und der anschließenden Cholera-Epidemie kam es zu einer weiteren bahnbrechenden Erkenntnis Hahnemanns. Er nahm an, dass kleinste Lebewesen zuständig für das Übertragen der Krankheit waren. Durch erfolgreiche Theorien, die der Bekämpfung der Krankheit dienen sollten, stieß Hahnemann auf Zuspruch und durch das entstandene Interesse konnte auch der Gedanke der Homöopathie weiter verbreitet werden. Fünf Jahre nach dem Tod seiner Frau heiratete Samuel Hahnemann die 45 Jahre jüngere französische Malerin Mélanie d’Hervilly, die ein Jahr zuvor Hahnemann als Patientin aufsuchte. In der Folgezeit arbeitet er weiterhin als Arzt und schrieb weitere Werke. 1843 starb Samuel Hahnemann am 2. Juli in Paris. Seine Frau führte allerdings seine Arbeit fort.

Das Leben von Mélanie Hahnemann

Marie Mélanie d’Hervilly Gohier Hahnemann wurde am 2. Februar 1800 in Paris geboren und war eine der ersten weibliche Heilpraktikerinnen. Sie lebte in einer Adelsfamilie, bei der es immer wieder zu häuslicher Gewalt kam, weshalb sie zu der Familie ihres Kunstlehrers zog. Um Geld zu verdienen verkaufte sie selbstgemalte Bilder. Das Interesse an der Homöopathie kam erst später und gründet auf den Cholera-Epidemien in Paris. Hinzu kam der Besitz der vierten Auflage des „Organon der Heilkunst“. Dadurch wurde ihre Neugierde weiter verstärkt und sie wollte den Autor kennenlernen. Dieser war wie erwähnt Samuel Hahnemann. 1834 kam es dann zu dem ersten Treffen der beiden. Trotz des enormen Altersunterschiedes kamen sie sich näher und heirateten schließlich ein Jahr später. Zusammen betrieben sie ihre eigene medizinische Klinik, in der Mélanie Hahnemann als Assistentin arbeitete und dadurch erste Einblicke in den Tätigkeitsbereich einer Homöopathin erhielt. Durch ihr großes Interesse an dieser Heilkunst und der Arbeit in der Klinik wurde Mélanie Hahnemann recht schnell unabhängig. Trotz ihres Diploms, dass sie in Pennsylvania erhalten hat, wurde sie nach dem Tod ihres Mannes wegen illegaler Arbeit in der Klinik angeklagt und für schuldig erklärt. Obwohl ihr das Ausführen der Arbeit verboten wurde, arbeitete sie weiter und bekam 25 Jahre später ihre Zulassung zurück. Bevor ihr Mann verstarb, erhielt sie das letzte Manuskript des „Organon“, das sie erst veröffentlichen sollte, wenn die Welt dafür bereit war. Durch das Weiterführen der Arbeit und der Gedanken von Samuel Hahnemann war der Grundstein für die Homöopathie gelegt. Mélanie Hahnemann verstarb im Mai 1878 und wurde neben ihren Mann in Paris begraben.

Redaktion: Léa Gersindel
Letzte Aktualisierung: 15.4.2013

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