Die Homöopathie

deutsches Globuli-Fläschchen Hierzulande bekannte Globuli-Verpackung © Abalg, CC BY-SA 3.0
deutsches Globuli-Fläschchen Hierzulande bekannte Globuli-Verpackung

Homöopathie wird von Laien oft mit Naturheilkunde gleichgesetzt und irgendwo im Kosmos der Komplementärmedizin verortet. Doch nur Letzteres stimmt. Homöopathie ist keine Naturheilmethode, sondern ein alternativer Weg in der Medizin, eine Therapiemethode, die ursprünglich auf den Lehren von Samuel Hahnemann, einem deutschen Arzt, basiert. Dieser veröffentlichte 1810 erstmals sein Lehrwerk, nachdem er seine Heilmethode viele Jahre zuvor bereits in Selbstversuchen und in der ärztlichen Praxis erfolgreich erprobt hatte.

Homöopathie schnell erklärt

Statue Samuel Hahnemann Hahnemann-Monument in den USA<br>© dbking, CC BY 2.0
Statue Samuel Hahnemann

Homöopathie erscheint auf den ersten Blick kompliziert, ist aber einfach nachzuvollziehen, wenn man das Grundprinzip einmal verinnerlicht hat. Hahnemann entdeckte als Erster, dass Substanzen, die bei Gesunden die Symptome einer Krankheit hervorrufen, offenbar die Krankheit beim tatsächlich Kranken zu heilen vermochten. Das Ähnlichkeitsprinzip, Grundlage aller homöopathischen Anwendungen, war gefunden. Doch natürlich kann man Kranken nicht einfach Stoffe verabreichen, die zusätzlich „krank machen“ würden, also dieselben Symptome hervorrufen würden, die der Erkrankte bereits zeigt. In der Homöopathie nimmt man daher den symptomverursachenden Stoff, verdünnt/verschüttelt ihn je nach gewünschter Wirkung auf das Hundert-, Tausend- oder Millionenfache, sodass er keine Nebenwirkungen hat und stattdessen heilende Wirkung entfaltet. Durch das Verschütteln und Verdünnen werden die unerwünschten Effekte neutralisiert und die erwünschten Wirkungen verstärkt (der Homöopath spricht deswegen von Potenzierung). Hochpotenzen, also besonders stark verdünnte Arzneien, sollen dabei besonders stark wirken: je weniger enthaltene Grundsubstanz, desto stärker der Therapieeffekt.

Die drei Säulen der Homöopathie

Homöopathie besteht also im Wesentlichen aus zwei Komponenten: dem Finden von ähnlich wirkenden Substanzen und deren Potenzierung. Hinzu kommt eine ausgiebige Anamnese, die Erhebung der Krankengeschichte der Patienten. Denn um später das richtige Mittel verabreichen zu können, muss der Homöopath genau wissen, wie sich die Krankheit äußert. Homöopathen arbeiten daher primär mit den Symptomen einer Krankheit, um deren Ursachen zu bekämpfen. Erst wenn feststeht, welche Krankheit der Erkrankte hat, kann die homöopathische Behandlung beginnen. Ein Herumdoktern „auf Verdacht“, wie in der Schulmedizin teils üblich, gibt es bei der Homöopathie prinzipbedingt nicht.

Die klassische Homöopathie kann also nicht prophylaktisch, d.h. im Voraus, angewendet werden. Man darf sich Globuli nicht wie eine Vitamin-C-Tablette vorstellen, die man zur Stärkung des Immunsystems einnimmt, um gar nicht erst krank zu werden.

Ob homöopathische Mittel den eigenen Körper anregen, die Krankheit zu bekämpfen, also Hilfe zur Selbstheilung sind, oder die Krankheit an sich heilen, ist bis heute nicht geklärt. Die genauen Wirkmechanismen bleiben bis auf Weiteres das große Geheimnis der Homöopathie.

Homöopathische Arznei

Am bekanntesten und typische Darreichungsform in der Homöopathie sind die Globuli, die kleinen weißen Zuckerkügelchen, auf die homöopathische Lösung aufgebracht ist. In kleinen Fläschchen erhält man sie in jeder Apotheke. Homöopathische Arzneimittel sind jedoch auch in Tablettenform oder direkt als Lösung erhältlich.

Globale Globuli – Therapie heute

englische Globuli-Fläschchen Britische Globulis<br>© distillated, CC BY-SA 2.0
englische Globuli-Fläschchen Britische Globulis

Die Homöopathie hat im Laufe ihrer Geschichte eine unglaubliche Verbreitung gefunden. Ausgehend von Deutschland hat sie ihren Siegeszug weltweit angetreten, sodass heute rund um den Erdball Kranke nach homöopathischen Verfahren behandelt werden. International wird auf die Heilkraft der traditionellen sanften Medizin vertraut. Und das, obwohl die Schulmedizin die Homöopathie allenfalls als Placebo akzeptiert. Hierzulande spezialisieren sich neben den klassischen Homöopathen, die meist als Heilpraktiker tätig sind, auch immer mehr Hausarztpraxen und Allgemeinmediziner auf die Homöopathie. War in früheren Jahren die Homöopathie in den schulmedizinischen Praxen noch verpönt, sieht man heute immer mehr Homöopathika in den Regalen der Arztpraxen. Auch viele Krankenkassen haben auf den Sinneswandel reagiert und erstatten die Kosten für homöopathische Behandlungen.

Redaktion: Léa Gersindel
Letzte Aktualisierung: 1.2.2013

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