Neueste Bewertungen

Neue Heilpraktiker

Beliebte Suchanfragen

Für Heilpraktiker

Erstellen Sie einen kostenlosen Eintrag bei Heilpraktikerpraxis.org!

Heilpraktiker eintragen
Firmenweb bei Facebook

Wissenswertes und Artikel auf Heilpraktikerpraxis.org

Heilpraktiker

Mehr als Naturmedizin: die Aufgaben der Komplementärmediziner

Der Beruf des Heilpraktikers ist vor allem eine deutsche Besonderheit. Während Nicht-Ärzten in anderen Ländern die Behandlung von Patienten strikt verboten ist, ist dies in Deutschland auch nicht-akademischen Heilern möglich. Neben der regulären Medizin, der „Schulmedizin“, gibt es den Tätigkeitsbereich der Heilpraktiker, oft auch als alternative oder Komplementärmedizin bezeichnet. Wie auch der Arzt oder Apotheker zählt der Beruf des Heilpraktikers zu den freien Berufen. Heilpraktiker sind wie Ärzte Mediziner, das heißt, sie behandeln und kurieren Kranke. Jedoch haben sie dazu kein Studium absolviert, sondern in der Regel eine 2- bis 3-jährige Ausbildung abgeschlossen. Das ist das Merkmal, das sie formal von den Ärzten unterscheidet: die Tätigkeit des Heilpraktikers ist nicht an das Ablegen eines Staatsexamens gebunden, die Ausbildung zum Heilpraktiker ist nicht streng reglementiert. Wer sich dazu berufen fühlt, Kranke zu heilen, kann diesen Weg auch ohne universitären Abschluss beschreiten. Oft sind Heilpraktiker auch Autodidakten, die sich auf ein bestimmtes Behandlungsgebiet spezialisiert und sich für dieses umfassende Fähigkeiten angeeignet haben. Doch nicht jeder kann einfach so eine Praxis eröffnen. Wer als Heilpraktiker arbeiten will, muss eine staatliche Zulassung erwerben. Dazu gehört, eine mündliche und schriftliche Zulassungsprüfung bestanden zu haben.

Heilpraxis früher und heute

Der Heilpraktiker steht in der Tradition der Erfahrungsheiler, der Frauen und Männer, die seit Jahrhunderten durch Anhäufung von Wissen und durch Erfahrung oder Begabung kranke Menschen behandelten, ohne ihr Wissen primär durch theoretischen Unterricht erlangt zu haben. Das „Praktiker“ im Heilpraktiker weist darauf hin. Während die heil- und kräuterkundigen Frauen des Mittelalters noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, mussten Heilpraktiker in der Neuzeit keine Verfolgung fürchten. Allerdings wollte man diesen Berufsstand, die Konkurrenz zu den Ärzten, aus politischen Gründen zu Grabe tragen: nachdem sich die Heilpraktiker in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in Deutschland erstmals organisierten, sollte es damit kurz darauf schon wieder zu Ende sein, der Berufszweig im Dritten Reich aussterben. 1939 wurde daher das Heilpraktikergesetz erlassen, das letztendlich Fort- und Ausbildungsmöglichkeiten verbot. Auch später in der DDR war die Zulassung zum Heilpraktiker nicht mehr möglich. Nur Heiler, die bereits in diesem Beruf arbeiteten, konnten ihre Tätigkeit noch fortsetzen. Somit geriet das Heilpraktikerwesen in Ostdeutschland kontinuierlich in Vergessenheit. Alternative und sanfte Medizin passten nicht ins Bild der sozialistischen Gesellschaft. Heute sind Heilpraktiker wieder überall in Deutschland zu finden. Das Heilpraktikergesetz, das im Dritten Reich das Ende der Heilpraktiker herbeiführen sollte, dient heute zur Sicherung und zum Erhalt des Berufsstandes unter staatlicher Anerkennung.

Mehr als sanfte Medizin und Homöopathie

Ein Heilpraktiker behandelt fast alle Krankheiten, wie jeder andere Arzt auch (ausgenommen meldepflichtige Infektionskrankheiten, Geschlechtskrankheiten). Er konkurriert nicht mit der Schulmedizin, sondern ergänzt diese um alternative Heilmethoden. Heilpraktiker sind in erster Linie Naturmediziner, aber nicht nur. Homöopathie, Akupunktur oder Osteopathie zählen neben Phytotherapie ebenso zu ihren Tätigkeitsfeldern. Auch auf traditionelle chinesische Medizin oder Ayurveda verstehen sich manche Heilpraktiker. Sogar Hypnosebehandlungen gehören für einige Heilpraktiker zum Repertoire. Ebenso kann ein Heilpraktiker psychotherapeutisch arbeiten oder Physiotherapie übernehmen.

Mancher Kranke geht erst zum Heilpraktiker, wenn die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß, mit der Absicht, wenigstens alles versucht zu haben. Doch eigentlich empfiehlt sich der umgekehrte Weg: erst den Heilpraktiker konsultieren, der sich ganzheitlich um den Patienten kümmert. Reichen sanfte Heilmethoden einmal nicht aus, wird auch der Heilpraktiker zurück zum Arzt verweisen.